Ich persönlich bin kein Freund von Gitterkäfigen. Die Tiere sind ziemlich aktiv und buddeln gerne, auf Grund dieser Tatsache wird sehr viel Einstreu aus dem Käfig geworfen und die Tiere können keine Gänge bauen. Leider zeigen sehr viele Tiere das krankhafte Verhalten den ganzen Tag an den Gittern zu nagen. Der metallische Geschmack kann auf die Tiere wie eine Droge wirken. Dieses Problem wird vielfach unterschätzt, auf Dauer kann dieses zwanghafte Verhalten sogar zu Zahnproblemen führen. Im Zoohandel werden die Käfige gerne mit Plastikzubehör verkauft. Wenn dies der Fall ist, werden die Mäuse nicht lange Spaß an der Unterkunft haben, da Wüstenrennmäuse bekanntlich nun mal alles gerne zernagen. Wenn Sie Stubentiger Ihr Eigen nennen, besteht die Gefahr, dass die Katzen mit ihren Krallen durch die Gitter „angeln“ und so die Wüsterennmäuse verletzen könnten.
Terrarium
Mit einem Terrarium habe ich die besten Erfahrungen sammeln können. Die Durchlüftung ist hervorragend, und die Einstreu landet nicht neben dem Käfig. Allerdings müssen Sie bei einem Kauf eines Terrariums beachten, dass das Terrarium keine Belüftungsschienen aus Plastik vorweist, denn diese werden auch mit Vorliebe angenagt. Leider sind Terrarien nicht gerade Preiswert. Es lohnt sich, einen Blick in die Zeitung zu werfen, oder sich im Bekanntenkreis umzuhören.
Aquarium
Aquarien sind eine preiswerte Alternative zu Terrarien. Viele Aquarianer, die ein undichtes Becken bei sich stehen haben, verkaufen oder verschenken diese. Aquarien sind genau so wie Terrarien völlig nagesicher. Allerdings gibt es häufig Probleme bei der Belüftung. Es kann sich sehr schnell eine zu hohe Luftfeuchtigkeit bilden. Für manche Aquarien muss man noch extra eine Abdeckung basteln. Ohne Abdeckung würde ich niemals Rennmäuse unbeaufsichtigt in einem Aqua lassen. Die Rennmäuse können nämlich hervorragend springen!! Leider kann man nur von oben in das Becken greifen. Dieser Umstand könnte die Renner dazu veranlassen, sich als Beute zu fühlen.
Eine schöne Alternative zum fertig- Becken bietet der Eigenbau. Voraussetzungen: Handwerkliches Geschick und etwas Geduld.
Die Beckengröße darf bei einer größeren Gruppe (ab 3 Tieren) nicht zu groß ausfallen. Fällt die Rennmausbehausung zu groß aus, können sich Reviere bilden und die bestehende Gruppe auseinanderbrechen. Nicht selten bekämpfen sich die Tiere bis zum Tode!!!!!!!!
2 Renner ---> 80x35x40 cm ODER 100x40x50 cm ODER 120x40x50 cm
3 Renner ---> 80x35x40 cm ODER in Ausnahmefällen auch 100x40x50 cm
4 Renner ---> 100x40x50 cm
5 Renner ---> 100x40x50 cm
Der richtige Stellplatz
!! Das Rennmausheim sollte nicht in der prallen Sonne stehen !!
Vermeiden Sie zugunsten der Rennmäuse auch:
Zugluft Küchendunst Zigarettenqualm Ständige Unruhe und laute Musik
Am besten eignet sich ein Standort an dem:
Herausgescharrtes Einstreu nicht stört Ihre nächtliche Ruhe durch Aktivitäten der Rennmäuse nicht beeinträchtigt wird Sie häufig vorbeikommen und so ständig Kontakt zu den Tieren haben
Einstreu
Es gibt verschiedene Sorten von Einstreu. Für welche Sorte man sich entscheidet, bleibt jedem selber überlassen.
Kleintierstreu
Die Kleintierstreu besteht aus feinen Holzspänen.
Vorteile:
Die feinen Holzspäne sind besonders saugfähig. Die Streu ist in jedem Zoohandel zu erwerben und relativ preiswert. Wüstenrennmäuse können in dieser Art von Streu hervorragend buddeln und Gänge bauen.
Nachteile:
Kleintierstreu hat leider die Eigenschaft, dass es sehr staubt. Für Hausstauballergiker also nicht besonders empfehlenswert. Die Holzspäne bleiben an der Kleidung haften und man trägt die Späne durch den ganzen Haushalt. Die Kleintierstreu wird sehr leicht aus einem Gitterkäfig gebuddelt.
Sand
Einige verwenden auch Vogelsand als Grundlage. Ich halte diese Art von Haltung absolut ungeeignet und nicht für Artgerecht. Die Tiere können keine Gänge bauen. Vogelsand ist in keinster Weise saugfähig und "müffelt" schnell. Wer einen handelsüblichen Gitterkäfig besitzt, kann sich auf lange Saugorgien einstellen.
Torf
Torf ist nur bedingt zu empfehlen. Ein großes Problem stellt die hohe Feuchtigkeit dar. Torf fängt schnell an zu schimmeln, oder wird gammelig. Trocknet der Torf, so wird er sehr staubig. Absolut nicht für Allergiker geeignet. Oft leiden auch die Rennmäuse unter der hohen Staubbelastung.
Buchenholzgranulat gemischt mit Hanfstreu
Ich persönlich habe die besten Erfahrungen mit Buchenholzgranulat und Hanfstreu sammeln können. Das Granulat ist in verschiedenen Stärken erhältlich. Man sollte auf eine feinere Art des Granulats zurückgreifen. Die Rennmäuse können in diesem Einstreu- Mix hervorragend buddeln und Gänge bauen. Gleichzeitig haben die Tiere noch etwas zum zernagen. Das Granulat, gemischt mit dem Hanfstreu nimmt Flüssigkeit sehr gut auf und vermeidet dabei eine starke Geruchsbildung.
Nistmaterial
Rennmäuse sollten immer genügend Nistmaterial zu verfügen haben. Am besten eignen sich Heu, Stroh, ungefärbtes Küchenpapier oder Taschentücher. Die Tiere lieben es, die Materialien zu zernagen und in ihr Nest zu tragen. Hin und wieder sollte man das vorhandene Nest entfernen. Am besten, wenn man die Behausung komplett reinigt.
Grundausstattung für die Rennmaushaltung
Eine Transportbox
Eine Transportbox sollte in jeder Grundausstattung vorhanden sein. Es kann immer mal wieder vorkommen, dass die robusten Nager mal krank werden und dem Tierarzt vorgestellt werden müssen.
Futternapf
Der Futternapf sollte aus Keramik bestehen und sollte die passende Größe haben. Plastiknäpfe sollten Sie nicht verwenden, da diese schnell zernagt werden. Für meine Tiere verwende ich keine Futternäpfe. Mittlerweile verteile ich das Futter immer im ganzen Becken, das ist ein prima Zeitvertreib und Beschäftigung für die Renner.
Trinkflasche
Als Trinkflasche sollte man eine handelsübliche Trinkflasche für Kleinnager aus dem Zoofachgeschäft verwenden. Diese lassen sich auch in Aquarien oder Terrarien mit Hilfe von Saugnäpfen, die man ebenfalls im Zoofachgeschäft erhält, an den Scheiben befestigen. Man könnte den Rennern natürlich auch ein Schüsselchen mit Wasser in den Käfig stellen, allerdings werden diese meistens von den kleinen Energiebündeln zugebuddelt.
Schlafhäuschen
Auch wenn die meisten Wüstenrennmäuse ihren eigenen Schlafplatz bauen und so das Häuschen leer steht, sollte ein massives Häuschen, am besten aus Holz, Keramik oder Stein in keinem Rennmausheim fehlen. Denn die grade in der Eingewöhnungszeit befindenden, ängstlichen Rennmäuse nutzen dieses gerne als Versteck oder Unterschlupf.
Äste und Steine
Äste und Steine sind eine schöne Dekoration für das Rennmausheim, gleichzeitig aber auch eine abwechslungsreiche Beschäftigung für die Rennmäuse. Sie nutzen die Äste z.B. um ihren Nagertrieb zu befriedigen oder auch als Klettermöglichkeit. An den Steinen können sich die Renner sehr gut ihre Krallen wetzen, außerdem werden Steine gerne auch als erhöhter Aussichtspunkt genutzt. Diese Dekorations- Artikel sollte hin und wieder ausgetauscht oder erneuert werden.
Chinchillasand
Für die tägliche Pflege brauchen Wüstenrennmäuse Chinchillasand. Am besten hat sich der Sand in einer kleinen Schüssel oder einem Bonbongglas bewehrt. Viele Renner benutzen die „Badewanne“ auch als Toilette. Wenn dies der Fall ist, muss der Sand alle paar Tage gewechselt werden.
Minerallecksteine
Wüstenrennmäuse brauchen immer einen Mineralleckstein. Besonders trächtige Weibchen und Welpen knabbern und lecken sehr häufig an den Steinen.
Etagen
Etagen lassen sich ganz einfach selber bauen. Wer nicht Handwerklich begabt ist, kann Etagen aber auch im Zoohandel kaufen. Ich kann nur jedem Raten, eine Etage in jedes Becken zu stellen. Das Einbuddeln von Einrichtungsgegenständen lässt sich so vermeiden.
Heu und Stroh
Heu und Stroh darf in keiner Rennmausbehausung fehlen. Es wird nicht nur gerne gefressen, sondern dient auch zum Nestbau.